Neue Frühdiagnose von Lungenschäden
- mbuslau
- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Stunden

Kennen Sie das? Frühzeitiger als gewohnt, verspüren Sie Atemnot bei körperlicher Belastung z.B. beim Treppensteigen, beim Bergangehen, beim Versuch, Bus oder Bahn noch rechtzeitig zu erreichen. Das können Hinweise auf eine beginnende Lungenbeteiligung oder eine Verschlechterung der Lunge bei Sklerodermie sein. Die Standarduntersuchungen in diesen Fällen sind Lungenfunktionstest mit Gasaustauschmessung, ggf. HR-CT der Lunge zur strukturellen Beurteilung der Lunge bei V.a. Lungenfibrose, Herzultraschall ggf Druckmessung im Lungenkreislauf zum Ausschluss eines Lungenhochdrucks. Doch was, wenn diese etablierten Untersuchungsmethoden keine Verschlechterung anzeigen. Dann heisst es nicht selten: an der Lunge liegt es nicht. Doch das muss nicht richtig sein! Eine neue Untersuchungsmethode zur Früherkennung der Lungenbeteiligung bei Sklerodermie kann in diesen ungeklärten Fällen weiter helfen: die Xenon-Magnetresonanz-Tomografie (Xe-MRT).
Die Xe-MRT verbessert die Früherkennung von Lungenschäden bei Sklerodermie, indem es subklinische Beeinträchtigungen der kleinen Lungengefässe sichtbar macht, die mit herkömmlichen Methoden oft unentdeckt bleiben. Bei diesem Verfahren atmen Patienten/Patientinnen Xenon-Gas ein, dessen Weg durch die Lunge im MRT verfolgt wird. Es liefert dreidimensionale Bilder, die den Luftstrom und den Übergang des Gases von den Lungen in die roten Blutkörperchen, also in das Blut zeigen.
Die spezifischen Vorteile dieser Technik sind:
Höhere Sensitivität bei frühen Stadien: Herkömmliche Verfahren wie CT-Scans und Lungenfunktionstests sind effektiv bei fortgeschrittenen Erkrankungen, aber weniger präzise darin, frühe funktionelle Anomalien zu identifizieren. Die Xe-MRT hingegen kann Anomalien selbst dann erkennen, wenn Standardtests nur eine leichte Erkrankung anzeigen.
Identifikation von Gefäßschäden: Die Forschung zeigt, dass Betroffene mit systemischer Sklerodermie in der Xe-MRT eine deutlich geringere Übertragungsrate des Gases in die roten Blutkörperchen aufweisen. Dies deutet auf Schäden an den Blutgefäßen der Lunge hin, was ein wichtiges Merkmal der frühen Krankheitsphase ist.
Unterscheidung zwischen Gewebe- und Gefäßschäden: Im Gegensatz zu anderen Tests kann die Xe-MRT unterscheiden, ob die Beeinträchtigung primär vom Lungengewebe (z. B. Vernarbung) oder von den Blutgefäßen ausgeht. In der zugrunde liegenden Studie zeigte sich, dass bei früher Sklerodermie oft der vaskuläre Ursprung, also die Schädigung der kleinsten Blutgefässe überwiegt, während das Lungengewebe selbst noch unauffällig sein kann. In der zitierten Studie hatte die Hälfte der Patienten mit Sklerodermie normale CT-Befunde, obwohl die Erkrankung bereits vorlag. Ein CT-Scan bildet primär die Struktur der Lunge ab (z. B. Vernarbungen). Frühe Sklerodermie-Schäden betreffen jedoch oft die Funktion der Blutgefäße (vaskuläre Beeinträchtigung), bevor strukturelle Veränderungen im CT sichtbar werden.Die Xe-MRT konnte selbst bei diesen Patienten mit milden Krankheitsverläufen bereits deutliche Defekte im Gasaustausch feststellen.
Frühwarnsystem trotz stabiler Standardwerte: In Langzeitbeobachtungen zeigten Standardtests (wie FVC oder DLCO) über ein Jahr hinweg kaum Veränderungen, während das Xe-MRT bereits klare Defekte im Gasaustausch offenbarte. Dies macht die Xe-MRT zu einem potenziell wertvollen Biomarker für die Überwachung der Krankheitsentwicklung.
Es gibt Hinweise, dass Lungenerkrankungen bei Sklerodermie oft einen primär vaskulären Ursprung haben. Das bedeutet, dass die Blutgefäße bereits geschädigt sein können (Gefäßschaden), noch bevor eine großflächige Vernarbung der Lunge (Gewebeschaden) durch herkömmliche Tests oder CT-Scans nachweisbar ist. Bei Frauen mit systemischer Sklerodermie war der Übergang der Atemgase von der Lunge in das Blut (die roten Blutkörperchen) weniger effizient als bei Kontrollpersonen ohne Sklerodermie, was auf eine subklinische Beeinträchtigung des Gefässsystems hindeutet – also einen Gefäßschaden, der noch keine deutlichen Symptome verursacht,
Zusammenfassend bietet die Xe-MRT eine nicht-invasive Möglichkeit, die Lungenfunktion bei Sklerodermie auf einer tieferen, mikroskopischen Ebene zu beurteilen und Schäden zu finden, bevor sie zu dauerhaften strukturellen Veränderungen führen.
weshalb die Xe-MRT als sensibleres Untersuchungsverfahren für die Früherkennung angesehen wird.




Kommentare