Lunge und Sklerodermie: Neues Frühwarnsystem zur Früherkennung
Aktualisiert: 15. Sept.

Atemnot bei Sklerodermie: Ein Warnsignal
Kennen Sie das? Frühzeitig verspüren Sie Atemnot bei körperlicher Belastung. Sei es beim Treppensteigen, beim Bergangehen oder beim Versuch, Bus oder Bahn rechtzeitig zu erreichen. Diese Symptome können Hinweise auf eine beginnende Lungenbeteiligung oder eine Verschlechterung der Lunge bei Sklerodermie sein.
Die Standarduntersuchungen in solchen Fällen sind Lungenfunktionstests mit Gasaustauschmessung. Gegebenenfalls wird ein HR-CT der Lunge durchgeführt, um die Struktur der Lunge bei Verdacht auf Lungenfibrose zu beurteilen. Ein Herzultraschall und eventuell eine Druckmessung im Lungenkreislauf helfen, einen Lungenhochdruck auszuschließen. Doch was, wenn diese etablierten Untersuchungsmethoden keine Verschlechterung anzeigen? Dann heißt es oft: "An der Lunge liegt es nicht." Doch das muss nicht richtig sein!
Eine neue Untersuchungsmethode zur Früherkennung der Lungenbeteiligung bei Sklerodermie kann in diesen ungeklärten Fällen weiterhelfen: die Xenon-Magnetresonanz-Tomografie (Xe-MRT).
Vorteile der Xe-MRT
Die Xe-MRT verbessert die Früherkennung von Lungenschäden bei Sklerodermie. Sie macht subklinische Beeinträchtigungen der kleinen Lungengefäße sichtbar, die mit herkömmlichen Methoden oft unentdeckt bleiben. Bei diesem Verfahren atmen Patienten Xenon-Gas ein. Der Weg des Gases durch die Lunge wird im MRT verfolgt. Es liefert dreidimensionale Bilder, die den Luftstrom und den Übergang des Gases in die roten Blutkörperchen zeigen.
Höhere Sensitivität bei frühen Stadien
Herkömmliche Verfahren wie CT-Scans und Lungenfunktionstests sind effektiv bei fortgeschrittenen Erkrankungen. Sie sind jedoch weniger präzise darin, frühe funktionelle Anomalien zu identifizieren. Die Xe-MRT hingegen kann Anomalien erkennen, selbst wenn Standardtests nur eine leichte Erkrankung anzeigen.
Identifikation von Gefäßschäden
Forschungsergebnisse zeigen, dass Betroffene mit systemischer Sklerodermie in der Xe-MRT eine deutlich geringere Übertragungsrate des Gases in die roten Blutkörperchen aufweisen. Dies deutet auf Schäden an den Blutgefäßen der Lunge hin. Diese Erkenntnis ist ein wichtiges Merkmal der frühen Krankheitsphase.
Unterscheidung zwischen Gewebe- und Gefäßschäden
Im Gegensatz zu anderen Tests kann die Xe-MRT unterscheiden, ob die Beeinträchtigung primär vom Lungengewebe oder von den Blutgefäßen ausgeht. In einer zugrunde liegenden Studie zeigte sich, dass bei früher Sklerodermie oft der vaskuläre Ursprung überwiegt. Das bedeutet, dass die Schädigung der kleinsten Blutgefäße vorliegt, während das Lungengewebe selbst noch unauffällig sein kann. In der zitierten Studie hatte die Hälfte der Patienten mit Sklerodermie normale CT-Befunde, obwohl die Erkrankung bereits vorlag.
Frühwarnsystem trotz stabiler Standardwerte
In Langzeitbeobachtungen zeigten Standardtests (wie FVC oder DLCO) über ein Jahr hinweg kaum Veränderungen. Währenddessen offenbarte die Xe-MRT bereits klare Defekte im Gasaustausch. Dies macht die Xe-MRT zu einem potenziell wertvollen Biomarker für die Überwachung der Krankheitsentwicklung.
Es gibt Hinweise, dass Lungenerkrankungen bei Sklerodermie oft einen primär vaskulären Ursprung haben. Das bedeutet, dass die Blutgefäße bereits geschädigt sein können, noch bevor eine großflächige Vernarbung der Lunge nachweisbar ist. Bei Frauen mit systemischer Sklerodermie war der Übergang der Atemgase von der Lunge in das Blut weniger effizient als bei Kontrollpersonen ohne Sklerodermie. Dies deutet auf eine subklinische Beeinträchtigung des Gefäßsystems hin.
Zusammenfassung: Ein neuer Ansatz zur Früherkennung
Zusammenfassend bietet die Xe-MRT eine nicht-invasive Möglichkeit, die Lungenfunktion bei Sklerodermie auf einer tieferen, mikroskopischen Ebene zu beurteilen. Sie findet Schäden, bevor sie zu dauerhaften strukturellen Veränderungen führen. Deshalb wird die Xe-MRT als sensibleres Untersuchungsverfahren für die Früherkennung angesehen.




Kommentare