Kombinierte Immuntherapie bei Sklerodermie wirksamer als Einzeltherapie?
- mbuslau
- 21. Feb.
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 22. Feb.

Ist eine kombinierte Immuntherapie bei Sklerodermie mit Haut- und Lungenbefall wirksamer als eine Einzeltherapie?
Die Immuntherapie der systemischen Sklerodermie spielt eine wichtige Rolle beim Versuch, den Verlauf dieser Autoimmunkrankheit frühzeitig zu bremsen, im besten Fall zu stoppen.
Bewährt haben sich hierbei besonders Rituximab, das zur Zerstörung von Antikörper-produzierenden B-Lymphozyten führt und Mycophenolat mofetil (MMf), das die Vermehrung der B- und T- Lymphozyten im Körper hemmt und direkt-antifibrotische und antientzündliche Eigenschaften hat.
Während bisher in der Regel immer nur eines dieser Medikamente gegeben und nur bei unzureichender Wirkung auf ein anderes gewechselt wurde, konnte nun gezeigt werden, dass die kombinierte Gabe beider Medikamente zu besseren therapeutischen Ergebnissen führt, als die Monotherapie mit einem dieser Medikamente.
Verglichen wurde der Grad und das Ausmass der Hautverhärtung sowie die Lungenfunktion von Sklerodermiepatienten mit Hautsklerose und Lungenfibrose, die entweder von Anfang an die Kombination aus Rituximab und MMf erhalten hatten (47 Patienten mit systemischer Sklerodermie), mit Patienten, die entweder nur Rituximab (30 Patienten) oder nur MMf erhielten (50 Patienten). Der Beobachtungszeitraum dieser retrospektiven Untersuchung betrug 12 Monate.
Nach einem Jahr Therapie hatten sich die Lungenfunktion der Patientinnen mit kombinierter Therapie (gemessen am FVC-Wert) gegenüber den Gruppen mit Monotherapie signifikant verbessert, ebenso Grad und Ausmass der Hautsklerose (gemessen anhand des modifizierten Rodnan Skin Scores = mRSS). Die Ergebnisse waren umso besser, je früher die kombinierte Immuntherapie begonnen wurde.
Die kombinierte Immuntherapie unterschied sich hinsichtlich der Verträglichkeit und Nebenwirkungen nicht signifikant von den Monotherapien.



Kommentare