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Therapie der Hautverhärtung mit Immunglobulinen

Aktualisiert: vor 4 Stunden

Bild: andyller. stock.adobe.com


Eine Therapie mit menschlichen Immunglobulinen (Abwehr-Proteine) - diese werden aus dem Blutplasma gesunder Probanden gewonnen und als Arzneimittel weiter verarbeitet - haben sich in der Vergangenheit bei bestimmten Kollagenosen als wirksam erwiesen (Dermatomyositis, systemischer Lupus erythematodes). Ihre Wirksamkeit wurde auch bei systemischer Sklerodermie mehrfach untersucht. Diese Ergebnisse wurden jetzt in Form eines systematischen Reviews ausgewertet.


Hierzu wurden über 1200 Publikationen zum Thema Immunglobulin-Therapie der systemischen Sklerodermie gesichtet. Aus diesen wurden nach strengen wissenschaftlichen Kriterien 15 Publikationen mit insgesamt 361 Patientinnen und Patienten ausgewertet. 11 dieser Publikationen befassten sich hauptsächlichen mit der Hautsklerose (Hautverhärtung) als Zielkriterium.


Die Sklerodermie-Betroffenen erhielten für 2 bis 5 Tage täglich eine Infusion mit Immunglobulinen (Dosierung: 2g Immunglobuline pro Kilogramm Körpergewicht). Die klinische Nachbeobachtungszeit betrug 6 bis 12 Monate.


Die Hautverhärtung besserte sich in 9 der 11 Berichte signifikant, wobei eine Wiederholung der Therapie den positiven Effekt noch verstärkte.

Weitere positive Wirkungen zeigten die Immunglobuline bei den entzündlichen Muskelbeschwerden. Noch unklar sind positive Wirkungen der Immunglobuline auch auf die Beteiligung des Magen-Darm-Trakts bei systemischer Sklerodermie.


Die Immunglobulin-Therapie wurden von den betroffenen Patientinnen und Patienten gut vertragen. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen waren in der Regel mild und passager , wobei eine Monotherapie mit Immunglobulinen meist besser vertragen wurde als eine Kombinationstherapie mit zusätzlicher Gabe von Immunsuppressiva. In 7-11% der Fälle wurde die Therapie wegen unerwünschter Symptome vorzeitig beendet,



Kommentar (mb) Aufgrund des hier vorgelegten systematischen Reviews scheint die Infusion von Immunglobulinen als Kurzzeittherapie besonders bei diffuser systemischer Sklerodermie - mit oder ohne entzündliche Muskelbeteiligung - als eine gut verträgliche Behandlungsoption infrage zu kommen.






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