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  • mbuslau

Hörstörungen bei systemischer Sklerodermie - nicht selten, aber häufig nicht erkannt

Die systemische Sklerodermie (SSc) ist eine Multisystemkrankheit, die neben der Haut und zahlreichen inneren Organen, den Bewegungsapparat und das Nervensystem befallen und auch das Sehen beeinträchtigen kann. Über Hörstörungen bei Sklerodermie wurde in der wissenschaftlichen Literatur bislang nur selten berichtet.


Eine aktuelle Metaanalyse zum Problem von Hörstörungen bei SSc - ausgewertet wurden 11 Originalarbeiten (insgesamt 381 Patientinnen und Patienten mit SSc ) und 8 Fallserien - lieferte folgende Ergebnisse:


Im Schnitt wiesen 40 bis 50 % der HNO-ärztlich untersuchten Patientinnen und Patienten mit systemischer Sklerodermie Hörstörungen auf. Im Vordergrund standen symmetrische Beeinträchtigungen des Innenohrs, seltener Schäden des Hörnerven. Weniger als 5% die Betroffenen wiesen einen kombinierten Hörschaden auf.


Patientinnen und Patienten mit SSc und Hörstörungen klagten meist nicht über eine gestörte Hörempfindung selbst , diese war ihnen oft nicht bewusst, sondern als Ausdruck von Schäden im Innenohr, häufiger über Schwindelgefühle.


Es zeigte sich kein klarer Bezug zum Sklerodermie-Typ, zum Befall der Haut oder innerer Organe, zum Autoantikörper-Profil oder zum Befund der Kapillarmikroskopie.


Als Ursache für die nachgewiesenen Hörstörungen bei SSc werden in erster Linie Durchblutungsstörungen des Hörapparates, zunehmend aber auch eine Neuropathie des Hörnerven selbst angeschuldigt. Darüber hinaus kommen pathologische Mittelohr-Veränderungen als Ursache der Hörstörungen bei SSc infrage.


Zum besseren Verständnis des Zusammenhangs von systemischer Sklerodermie und Hörstörungen sowie zur Frage geeigneter Therapien werden wissenschaftliche Untersuchungen an grösseren Studienkollektiven gefordert.



Persönlicher Kommentar (Buslau): Eine HNO-ärztliche Abklärung sollte in das Untersuchungsprogramm von Patientinnen und Patienten mit systemischer Sklerodermie aufgenommen werden.

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